Der Aperitif als Zeichen guten Geschmacks

Wer als Gastgeber einen guten Eindruck hinterlassen möchte, sollte sich nicht nur auf das Essen alleine konzentrieren, sondern sich bis ins letzte Detail um einen ansprechenden Ablauf rund um die Veranstaltung bemühen. Dazu gehört neben einer stimmigen Tischdekoration und der richtigen Reihenfolge für die Menügänge auch die Getränkeauswahl, sowie das Reichen eines Aperitif. Letzterer lockt nicht nur den Appetit, sondern sorgt auch für eine ungezwungene Atmosphäre unter den Gästen. Ein gutes Abendessen sollte daher nie mit der Vorspeise beginnen, sondern immer mit dem Aperitif.

Was zeichnet einen guten Aperitif aus

Die Aufgabe des Aperitifs ist es, Lust auf die kommenden Gaumenfreuden zu machen. Dazu können sowohl alkoholische als auch nicht-alkoholische Getränke verwendet werden, die man in der Regel in Tumblern (kleine Bechergläser) oder Südweingläsern serviert. Auf Trinkhalme und Eiswürfel wird dabei zumeist verzichtet. Gekühlte Gläser und kleine, dezente Servietten sind allerdings ein Muss beim Servieren.

Klassische Aperitife sind beispielsweise Kir, Vermouth, Campari oder Martini-Cocktails. Grundsätzlich eignen sich am besten Weine, Sekt, Champagner oder Bowlen – die Auswahl ist also groß, dementsprechend wohlüberlegt sollte die Wahl getroffen werden.

Wichtig ist hier in erster Linie einmal der Alkoholgehalt. Ist dieser zu hoch, denaturiert er den Gaumen und macht ihn unempfindlicher, anstatt ihn für das Kommende zu sensibilisieren und Lust auf mehr zu machen. Daher sollte man auf einen leichten Geschmack und einen eher niedrigen Alkoholgehalt achten, um die anregende Wirkung auf die Geschmacksknospen nicht zu trüben. Getränke, die Milch oder Ei enthalten (wie etwa manche Cocktails oder Liköre) sind als Aperitif eher ungeeignet und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Wenn auch nicht in erster Linie, aber dennoch unbestreitbar, erfüllt der Aperitif natürlich auch eine soziale Funktion. Er soll für lockere Stimmung und ungezwungene Atmosphäre sorgen – allerdings bitte dezent, schließlich haben Sie Ihre Gäste ja zum Essen eingeladen, nicht zum Betrinken.

Die Wahl des passenden Aperitifs

Mit der Wahl des passenden Aperitifs beweisen Sie Geschmack und Etikette. Dementsprechend reicht es nicht aus, einfach irgendein beliebiges Getränk zu reichen, das gerade vorrätig ist. Kleinigkeiten sind entscheidend – so auch beim Aperitif. Eine deftige Brotzeit sollte nun einmal von etwas anderem begleitet werden, als ein Delikatessen-Buffet. Genau wie Sie zu einem Menü mit edlen Weinen niemals einen feurigen Tequila servieren, und stattdessen zu einem Champagner oder einem anderen süßen Getränk greifen sollten. Stimmen Sie den Aperitif also immer mit dem folgenden Essen ab.

Im Idealfall sollte er außerdem zur aktuellen Jahreszeit passen. Für kalte Winterabende empfiehlt sich ein dezenter Portwein, während Sie Ihre Gäste in Sommermonaten mit sprudelndem Sekt und Erdbeerstückchen oder einer leichten Bowle erfrischen können. Als Grundregel gilt jedoch: Wird als Vorspeise eine Suppe gereicht, niemals einen Aperitif auf Eis servieren – auch nicht im Sommer.

Wenig falsch machen kann man mit neutralem Sherry oder einem trockenen Prosecco. Je nach Anlass sollten Sie jedoch wenn möglich auch den Aperitif an den Kontext der Veranstaltung anpassen. Ganz spezielle Festlichkeiten dürfen auch mit einem Glas Champagner als Stimmungs- und Appetitanreger eingeleitet werden, während Sie bei gutbürgerlicher Küche eher auf trockenen Sherry oder Martini zurückgreifen sollen. Der südfranzösische Pastis wiederum eignet sich hervorragend als Einleitung für mediterrane Gerichte. Er wird allerdings nicht pur getrunken, sondern mit Wasser verdünnt, da er von Natur aus sehr aromatisch ist und intensiv nach Anis und Fenchel duftet. Wer zusätzlich (oder ausschließlich) einen alkoholfreien Aperitif reichen möchte, der greift am besten zu frischem Grapefruitsaft, chininhaltiger Limonade oder einem gewürzten Tomatensaft.

Wer wahre Gastgeberqualitäten beweisen möchte, sollte zusätzlich zum Aperitif kleine Häppchen anrichten. Dies können Knabbereien wie Salzstangen, Käsecracker oder Nüsse sein, aber auch Oliven oder Canapé mit Lachs. Diese machen nicht nur Lust auf mehr, sondern erleichtern den Gästen auch das Warten auf die eigentliche Mahlzeit.

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